99/1 Analyse: Wie(so) ich nur noch 2 Stunden pro Woche arbeite (exakte Zeiten & Einnahmen)

99/1 Analyse: Wie(so) ich nur noch 2 Stunden pro Woche arbeite (exakte Zeiten & Einnahmen)

Als Selbstständiger/Unternehmer geht man durch viele verschiedene Phasen.

Meistens nimmt man zu Beginn nicht nur alle Jobs an, man investiert auch sehr viel Zeit/Energie in quasi alles.

Weil man es muss.

Das rührt hauptsächlich von existenzieller Angst. 

Man weiß, was einem blüht, wenn man es nicht tut.

Da man immer mehr tun könnte, lebt man so in ständiger Arbeit, ansonsten plagt einen das schlechte Gewissen:

"Mehr nicht? Du hast hier noch 10 Minuten Zeit. Kannst du dir das wirklich leisten?"

Solange die Antwort NEIN ist, muss man es sich leisten. 

Irgendwann folgt bei weniger als 10% der Selbstständigen die Phase, in der man nicht mehr in ständiger Angst vor einer Zukunft lebt, die schlechter aussieht, als die Gegenwart. 

Bei mir kam diese Phase nach etwa 5 Jahren. 

Und dann?

Dann findet man im besten Falle heraus, wie man mit wenig Aufwand am meisten Gewinn generiert. 

Da man bis zu diesem Zeitpunkt vermutlich alles ausprobiert hat, gibt es von sehr vielen Dingen, sehr wenige Dinge, die den größten Anteil des Gewinnes erzielen. 

Man nennt das "Pareto-Prinzip". 

Treibt man das auf die Spitze, findet man sogar die 1%, die 99% des Gewinnes erzielen. 

Nach jahrelangem Testen ist das bei mir folgendes Setup:

1. Videos und Podcasts 

1x wöchentlich nehme ich mit Paul ein Video auf.

Wir benutzen Zoom.

Danach bearbeite ich den Ton/Bild in DaVinci Resolve und rendere es.

Ich schneide nichts.

Das dauert dank schnellem Mac mit M1-Chip nur 10-15 Minuten.

Dann lade ich es jeweils auf Youtube und Anchor (wird auf alle Plattformen geteilt).

Das läuft im Hintergrund.

Dann poste ich es auf Instagram, LinkedIN & Facebook. 

Arbeitsaufwand: etwa 20 Minuten (die Aufnahme an sich sehe ich nicht als Arbeit)

Einnahmen: nicht kalkulierbar (Zinseszins-Effekt durch Publikum)

2. Beratung und Workshops

Auch das sehe ich nicht als Arbeit an. Ich liebe die Arbeit mit Menschen. 

Arbeitsaufwand: 0 Stunden

Einnahmen: etwa 6.000€/Monat

3. Blogartikel und Posts

Ich schreibe Artikel, wenn mir danach ist.

Die Energie und Kreativität nehme ich aus der freien Zeit, die mir meine Einnahmen ermöglichen. 

Ich erstelle Grafiken, wenn mir danach ist. 

Arbeitsaufwand: 0 Stunden

Einnahmen: nicht kalkulierbar (Zinseszins-Effekt durch Publikum)

4. Bücher

Ich habe die Bücher einmal geschrieben.

Ich mache nie aktiv dafür Werbung.

Amazon zeigt die Bücher denen, die es interessiert. 

Ich habe ein Buch (365 Weisheiten), das 98% des Jahresgewinns vor Weihnachten erzielt.

Zudem erzielt Amazon seine Hauptumsätze vor Weihnachten. 

Deshalb schalte ich 2-3 Wochen vor Weihnachten auf Amazon Werbeanzeigen. Wie ich das mache, erkläre ich hier

Arbeitsaufwand: einmalig für Bücher

Einnahmen: etwa 300€ monatlich & etwa 10.000€ in 14 Tagen vor Weihnachten = etwa 1.500€/Monat

Die restliche Zeit geht für Kleinigkeiten drauf, wie Buchhaltung, Homepage & kleine Änderungen auf Social-Media. 

5. Online-Kurse

Die Einnahmen dafür flachen natürlich über die Zeit ab, wenn man nicht aktiv Werbung betreibt.

Trotzdem kommen immer wieder Verkäufe rein, auch nach Jahren. 

Arbeitsaufwand: einmalig etwa 40 Stunden

Einnahmen: 6000€ in den ersten 4 Wochen

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Der Vollständigkeit halber sind hier die Dinge, die ich nicht mehr tue:

  • tägliche/wöchentliche Mails (Arbeitsaufwand: viel zu hoch, Interesse für Mails gering)
  • Instagram-Stories (Arbeitsaufwand: viel zu hoch, da Instagram Reichweite an die investierte Zeit knüpft, die immer höher wird und wenn ich einen Tyrannen wollte, der mir sagt, wie viel ich arbeiten soll, wäre ich wieder angestellt)
  • kurze Videos (Arbeitsaufwand: mehrere Stunden für Editing, sinnvoller: kurze Videos aus wöchentlichem Video herausschneiden)

Ich habe in den letzten Jahren nicht nur viel über Unternehmertum, sondern auch darüber, was ich wirklich möchte, gelernt. 

Hier ist das größte Problem, das bei der Taktik aus diesem Artikel auftaucht:

Freie Zeit

Wer eine Analyse durchführt und sich so reduziert, dass er so wenig wie möglich mit höchstem Gewinn arbeitet, wird unglaublich viel Zeit haben.

Die Tendenz, damit in schmerzhaften Nihilismus und sinnloser Bedeutung zu fallen, ist extrem hoch.

Die meisten Millionäre finden sich hier wieder, aber auch Menschen am unteren Ende der Dominanzhierarchie. 

Das führt uns aber direkt zur Lösung:

Vermeidung von bedeutungslosem Leiden. 

Bedeutungsloses Leiden ist ein Leiden, das dem eigenen Selbst widerspricht.

Es ist sinnlos, weil man mehr leidet, als daran Gefallen zu finden.

Das ist natürlich für jeden unterschiedlich. 

Ich kenne Menschen, die lieben ihren Job im Supermarkt, wohingegen ich daran zebrochen bin. 

Die Taktik aus diesem Artikel, die wohl jahrelanges Testen erfordert, hilft dir dabei, alles zu vermeiden, was dir bedeutungslos erscheint. 

Ich muss nicht mehr tun, worauf ich keine Lust habe, um zu sichern, dass ich in der nahen oder etwas ferneren Zukunft nichts mehr zu essen habe und dadurch in der Gegenwart leide.

Die freie Zeit kann ich hingegen mit Dingen füllen, die es mir ermöglichen, Bedeutung in meinem Leben zu schaffen. 

Was Bedeutung ist, ist natürlich für jeden individuell.

Für mich ist es beispielsweise

  • zeichnen (Skizzen für Posts oder kommende Bücher)
  • Klavierspielen (Klavierunterricht)
  • lesen (mindestens 40 Seiten täglich)
  • Sport (Calisthenics mit Online-Personaltrainer)
  • reisen (ich bin seit 5 Jahren digitaler Nomade)
  • Arbeit mit meinen Klienten
  • etwas erschaffen wie diesen Artikel, Podcasts & mehr

Was ist es für dich?

Was würdest du mit deiner freien Zeit tun?

Welches bedeutungsvolle Leiden würdest du auf dich aufnehmen?

Wenn du Hilfe bei deinem Prozess brauchst, helfe ich dir gerne in einer Beratung dabei (hier buchen). 

Weil du nicht verzweifelt sein musst.