Der innere Weg

Bis vor 5000 Jahren hättest du ohne eine Gruppe von Menschen nicht überlebt. 

Alles, was dir hilft zu überleben, wird von deinem Gehirn bevorzugt behandelt. 

Diese Strukturen befinden sich im ältesten Teil deines Gehirnes. 

In der Zeit davor, also mehr als 200.000 Jahre, warst du auf Menschen angewiesen:

ihr habt zusammen für Nahrung gesorgt.

Ihr habt feindliche Gegner abgewehrt.

Ihr habt gefährliche Tiere besiegt. 

Ihr habt den Witterungen getrotzt. 

Die menschliche Spezies hat nur aus Gründen des sozialen Zusammenhaltes überlebt. 

Das gilt übrigens auch für Lebewesen, die mit der menschlichen, neuronalen Struktur verwandt sind, wie Hummer, Schweine und Affen. 

Somit ist dein primitives System mehrere Millionen Jahre alt. 

Durch die Industrialisierung und die Moderne hat sich die Notwendigkeit der Gruppe und der Sozialisierung in den Hintergrund geschoben.

Unser Leben ist weniger gefährlich geworden.

Unsere Probleme haben sich von außen nach innen verschoben.

Wir haben viel mehr damit zu kämpfen,

nicht unglücklich zu werden, 

als zu sterben.

Der amerikanische Psychologe Abraham Maslow stellte das bereits 1943 in "Motivation und Persönlichkeit" fest. Darin beschrieb er die grundlegenden Motoren der menschlichen Handlung und Motivation. 

Wir haben alle die höchste Stufe erreicht:

Die Selbstverwirklichung. 

Maslow 

Auch wenn es manchen so vorkommt, als seien sie ständig in Gefahr, sind sie nicht existenziell in Gefahr, sondern eher spirituell: 

  • Verlierst du deinen Job, findest du einen neuen Job.
  • Kannst du deine Wohnung nicht mehr bezahlen, bekommst du eine bezahlt.
  • Kannst du nicht mehr arbeiten, bekommst du das Geld zum Überleben.
  • Bist du verletzt, wird sich um dein Leib und Leben gekümmert. 
  • Fühlst du dich alleine, kannst du dich mit 2.5 Milliarden Menschen verbinden.

Die Pyramide dreht sich bei den meisten ständig um Bedürfnisse, die in der Kindheit nicht befriedigt wurden. 

  • Wurde nicht genug vermittelt, dass man genug Wert sei, sucht man in Dingen und anderen Menschen nach der Bestätigung. 
  • Wurde nicht genug Freiheit gegeben, sucht man es sich zwanghaft. 
  • Wurden unangenehme Gefühle vermittelt, rennt man Hormonen und falscher Befriedigung hinterher. 
  • Wurde Bindung entzogen, sucht man zwanghaft in Beziehungen nach Bestätigung. 

 

Der oberste Teil der Bedürfnisspyramide, Selbstverwirklichung und damit auch das, was darüber liegt, nämlich spiritueller Wachstum, wird verhindert, weil wir versuchen, unsere nicht befriedigten Bedürfnisse durch externe Dinge zu befriedigen, anstatt nach Innen zu schauen. 

 

Die alten Muster in unserem Gehirn verhindern in dieser Zeit voller Ablenkungen, dass wir die Bedürfnisse innerlich befriedigen. 

Es gibt zu viele äußere Einflüsse, die vorgeben, sie könnten unsere Bedürfnisse befriedigen und die oberste Ebene der Bedürfnispyramide befriedigen (Selbstverwirklichung):

  • soziale Medien geben uns angeblich soziale Bindung und Selbstwert
  • Streaming-Dienste bewahren uns vor Unlust und geben uns stattdessen (falschen) Lustgewinn
  • Gruppen und andere Menschen geben uns (falsche) soziale Bindung
  • Materielles gibt uns (falschen) Selbstwert
  • Reisen und überall leben zu können gibt uns (falsche) Freiheit

Diese Welt ist darauf ausgelegt, zu verhindern, dass du glücklich wirst, indem sie vorgibt, all deine Bedürfnisse befriedigen zu können.  

Oder wie Viktor Frankl, Psychiater und Holocaustüberlebender, sagte:

"Wenn der Mensch keinen tieferen Sinn finden kann, lenkt er sich selbst mit Vergnügen ab."
Dein Gehirn, dieser mehrere Millionen Jahre programmierte Apparat, fällt darauf rein. 
Dabei tut es das nicht einmal mit Absicht. 
Es ist einfach der normale Weg.

Das Gehirn will schnelle Glücksgefühle und Schmerz vermeiden.


Die 30 größten Unternehmen der Welt wissen das.

Die Welt hatte niemals schnellere und billigere Glücksgefühle im Angebot und bot dir absolute, aber nur kurzfristige, Schmerzvermeidung an. 

Der Preis dafür ist groß. 

Denn wenn du falsches Glück willst, bekommst du echtes Leid. 

  1. Du wirst süchtig nach schnellen Hormonen. Du willst mehr davon. 
  2. Du glaubst, es gäbe nichts, was du innerlich tun könntest, denn anscheinend liegt all das Glück im Außen. 
  3. Du machst dich von Menschen, Geld, Aussehen und Materiellem abhängig. 
  4. Du ignorierst den schmerzhaften, aber langfristig notwendigen Weg, nämlich den inneren Weg. 
  5. Dein Leben wird von äußeren Einflüssen bestimmt. Die eine Sache vergiftet die andere. Dir bleibt alles verwehrt, was möglich wäre, wenn du nach Innen schauen würdest. 

Ein Licht am Horizont

Die moderne Zeit zwingt uns dazu, nach innen zu schauen. 

Unsere Vorfahren hat es nicht gekümmert, ob sie glücklich waren. 

Sie mussten um ihr Überleben kämpfen undzwar wortwörtlich. 

Die moderne Zeit nimmt uns all das ab. 

Sie bietet Sicherheit auf allen Ebenen. 

Alle Bedürfnisse der Bedürfnishyrarchie sind befriedigt. 

Deshalb sind wir gezwungen, die letzte Ebene zu vollenden.

Stattdessen jagt unser urzeitliches Gehirn allerdings völlig automatisch den Dopaminen hinterher, die die moderne Zeit mit sich bringt. 

Wo falsche Sicherheit entstand, entstand gleichzeitig ein echtes Gefängnis. 

Ein Gefangener hat ein Dach über dem Kopf, er bekommt etwas zu essen, er hat einen Job. 

"Manchmal sind die Sprossen der Leiter eher Gitterstäbe", schreibt der Autor Raphael Lepenies.

Doch der Gefangene muss sich auch vor den Insassen beschützen. 

Jeder Vorteil hat seinen Preis. 

Je größer der Vorteil, desto teurer der Preis. 

Preis

Die moderne Zeit bietet uns die größten Vorteile der Menschheitsgeschichte. 

Wir werden vor allen äußeren Gefahren beschützt. 

Der Preis dafür ist innerer Zerfall. 

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