Vertrauen: Wie du akzeptierst, was du nicht verstehst

"Das Entstehen und das Vergehen aller Dinge in der Welt erfolgt gemäß der Schuldigkeit. Denn sie leisten einander Sühne und Buße für ihre Ungerechtigkeit, gemäß der Verordnung der Zeit."

- Thales von Milet, vorsokratischer Naturphilosoph


Wenn Feuer keinen Sauerstoff mehr hat, erlischt es.
Aus Chaos wird Ordnung.

Wenn Wasser verdunstet, bleibt Trockenheit.
Aus Chaos wird Ordnung.

Wenn Hass ausgeahtet ist, kehrt Stille ein.
Aus Chaos wird Ordnung.

Wenn Krieg endet, kommt der Frieden.
Aus Chaos wird Ordnung.

Wenn eine Revolution vorbei ist, entsteht ein Neuanfang.
Aus Chaos wird Ordnung.

Alles entsteht aus Chaos und Ordnung.

Alles bewirkt sich gegenseitig und versucht, sich wieder in Richtung Mitte zu bewegen.

Chaos enthält keine Logik, ansonsten wäre es Ordnung.

Versuche also keine Logik im Chaos zu finden.

Wenn sich Menschen eigenartig, irrational, dämlich, unverständlich, chaotisch verhalten,

suche keinen Sinn darin.

Sinn ist Ordnung.

Wie kannst du Ordnung in etwas Chaotischem finden?

Vertraue darauf, dass sich das Chaos automatisch wieder in Richtung Ordnung bewegen wird.

Feuer kann nicht ewig überleben.

Kriege können nicht ewig geführt überleben.

Hass kann nicht ohne Reaktion überleben.

Angst kann nicht ohne Identifikation überleben.

Alles braucht etwas, um zu überleben.

Ist es weg, stirbt es.

Das Vertrauen in die "Schuldigkeit", wie Milet sie nannte, schafft Akzeptanz für das natürliche Chaos,

ohne es besiegen zu wollen,

denn alleine der Versuch,

Chaos besiegen zu wollen,

ist an sich schon Chaos,

wohingegen Akzeptanz und Vertrauen,

Ordnung sind.

x