Die Destruktivität von Methoden

Der Mensch möchte eine Fähigkeit erlernen. 

Oder sie verbessern.

Oder zu einer Erkenntnis kommen.

 

Also sucht er sich einen "Lehrer".

Oder einen "Coach".

 

Warum?

 

Nunja, warum nicht?

Er tut einfach, was andere auch tun.

 

Der Mensch ahmt nach, was er sieht, 

was er hört, 

was ihm gesagt wird.

Das wiederholt er. 

 

Er hat gar keine andere Wahl. 

Er hatte nie eine Wahl. 

Er wiederholt ...

und dann stirbt er.

 

Das ist seine Konditionierung. 

 

Wenn man ihn fragt: 

"Warum hast du diesen Lehrer/Coach eingestellt?"

wird er nicht sagen

"Weil die Welt mich konditioniert hat".

 

Ihn wird die Frage verwirren. 

Er ist sich der Gehirnwäsche nicht bewusst. 

Er ist sich nicht bewusst, dass er lediglich ein Produkt seiner Umgebung ist. 

 

"Was für eine dumme Frage!", wird er sagen, "warum sollte ich KEINEN Lehrer/Coach einstellen?"

 

Was ist die Aufgabe eines "Lehrers"?

Er unterrichtet.

 

Was ist die Aufgabe eines "Coaches"?

Er trainiert. 

 

Das ist das Problem, doch nur wenige erkennen es als ein Problem. 

 

Nehmen wir an, jemand möchte in einer Fähigkeit außergewöhnlich werden.

In der Wirtschaft. 

Im Sport. 

Egal worin. 

Kann er dann zu dieser Fähigkeit "trainiert" oder "gelehrt" werden?

 

Das ist keine leitende Frage.

Der Mensch muss sie sich selbst stellen, um sie zu beantworten.

 

Neben der Konditionierung ist die wohl schlimmste Krankheit des Menschen, 

seine Meinungen. 

 

Der Mensch greift nicht zu Meinungen, wenn er Beweise hat:

Statistiken

Analysen

Schaubilder

Diagramme

 

Doch all das ist nicht notwendig, 

wenn man einen grundlegenden Intellekt, 

Augen,

und Ohren hat.

 

Wie viele Trainer hat der Mensch selbst angeheuert?

Hat es "funktioniert"?

 

Natürlich nicht, 

doch der Mensch ist der Meinung, dass es funktioniert ....

dass es ihn "groß" macht. 

Dann wäre er schließlich dumm,

diesen Glauben aufzugeben. 

 

Deshalb ist der Rest dieses Artikels nicht für ihn.

Er kann wegklicken. 

 

Lehrer und Trainer unterrichten folgendes:

Verschreibungen

How-to's

Hacks

Methoden

Techniken

 

In der Welt der Selbsthilfe gibt es mehr Trainer, 

als "Schüler".

 

Und nicht nur in diesem Bereich.

Business-Coaches

Meditations-Lerer

Gesangslehrer

Kunstlehrer

Golflehrer

Baseball-Schlagtrainer

Und so weiter ...

 

Der Trainer sagt, wie man es macht.

Der Ausbilder zeigt eine Methode auf. 

 

Der Schüler probiert die Methode aus.

 

Der Trainer beobachtet den Schüler bei der Ausführung. 

Dann korrigiert er ihn.

Er ändert es.

 

Nachdem er den Schüler dann körperlich und geistig verbogen hat, 

so, wie es der "richtige Weg" ist, 

in der "richtigen Form und Technik", 

ist der Schüler nicht länger ein Mensch. 

 

Er ist eine Marionette geworden.

 

Du musst folgendes verstehen:

Marionetten werden nicht groß.

 

Der Schüler hat Instinkte. 

Aber er verneigt sich vor der Technik. 

 

Der Schüler muss fragen:

"Ist das richtig so, Coach?"

"Verbessert sich meine Technik, Coach?"

 

Bei jedem Schritt, 

hört er nicht auf seinen Instinkt, 

sondern konsultiert seinen Trainer. 

 

Nicht weil er das möchte. 

Oder weil der Trainer ihn dazu auffordert. 

 

Es ist einfach sein Schicksal als Marionette. 

Es ist sein Schicksal als konditionierter Mensch. 

Dass eine Methode der Weg zur Großartigkeit ist. 

 

Der Glaube ist:

Sobald die Methode, die Technik, die Form "richtig“  ist,

werden auch die Ergebnisse perfekt sein.

 

Und was zeigen die Ergebnisse?

 

Sie zeigen, dass Profisportler, 

unendlich mehr Misserfolge haben, 

als Erfolge. 

 

Dass Unternehmer, 

unendlich mehr Misserfolge haben,

als Erfolge. 

 

Wäre der Unterricht gut gewesen, 

sollte es dann nicht andersheru sein?

 

Wäre die Methode perfekt, 

würde man schullfolgendern, 

dass diese Methoden, 

zu schlechten Ergebnissen führen. 

 

Man könnte sagen: 

Nun, der Schüler hat zwar schlechte Ergebnisse hervorgebracht, 

doch er hat auch seine guten Ergebnisse besser gemacht. 

 

Wäre es dann nicht genauso effektiv gewesen,

hätte er sich selbst gecoacht?

 

NACH der Zusammenarbeit mit dem Lehrer, 

überwiegen die schlechten Ergebnisse, 

die guten Ergebnisse. 

 

Ist das normal?

 

Die Wahrheit darüber, 

wieso das der Fall ist, 

ist wohl schwer zu ertragen. 

 

Deshalb vertrauen die meisten ihr Leben lang auf Methoden. 

 

Denn die Einsicht würde bedeuten, 

dass die letzten Jahrzehnte, 

die der Mensch damit verbracht hat, 

in etwas besser zu werden, 

die Methoden zu verbessern,

ihn nur noch schlechter gemacht haben. 

 

Und zu einem Sklaven der Coaching-Industrie. 

 

Wie viele Künstler werden wohl jeden Tag zerstört.

 

Wie viel Talent und Potenzial geht wohl jeden Tag verloren. 

 

Welch eine Verschwendung.