Wie man das Leben aushält

Der Mensch kämpft gegen das, was immer ist. 

Er kämpft gegen das, was nie abwesend war. 

Daraus resultiert sein Leid. 

Das ist es, was er niemals akzeptieren kann. 

 

Was ist es? 

 

Es ist die unbestreitbare Wahrheit, dass das Leben leiden ist. 

Es ist die Wahrheit, dass sich alles immer verändert. 

Der Mensch könnte sich dem hinbeugen, doch er kämpft lieber. 

Er streubt sich lieber gegen das, was ist. 

Manche Momente des Lebens sind so ekelhaft, sie auszusprechen erschafft schon Ekel. 

Tiere sind vor diesen Momenten befreit, sie wissen weder, was auf sie zukommen könnte, noch lebt das, was ihnen geschehen ist, in ihrer Wahrnehmung weiter. 

Sie fressen, vermehren sich, überleben. 

 

Der Mensch hingegen erinnert sich, er erlebt das, was ihm geschehen ist, immer wieder nach, in unterschiedlichsten Formen. 

Er antizipiert das, was geschehen könnte, überträgt das potenzielle Leid in die Gegenwart und nimmt ihr etwas von ihrer immer gleichen Qualität weg. 

Die Gegenwart ist unberüht von Leid, die Gegenwart ist perfekt. 

Die Gegenwart kennt kein Leid, sie ist purer Frieden. 

Darin eingeschlossen sind die Grundwahrheiten der menschlichen und universellen Existenz: 

 

Leben ist Leid. 

Veränderung ist der Grundzustand. 

 

Jeglicher Kampf dagegen erschafft noch mehr Leid. 

Mit der Akzeptanz, dass die menschliche Existenz eine erbärmliche Kackscheiße ist, geht Leid zurück, denn es ist Akzeptanz dessen, was ist. 

Mit der Akzeptanz, sich ständig anpassen und verändern zu müssen, arbeitet man mit der Wahrheit der ständigen Veränderung und auch gegen sie an, denn die Dinge fallen von selbst auseinander, unsere Ignoranz verstärkt es nur. 

Die menschliche Existenz ist Scheiße und voller Leid. 

Das ist der Grundzustand. 

Hör auf dagegen anzukämpfen, das hat dir bisher nur noch mehr Leid gebracht. 

Das bedeutet aber nicht, dass du nicht immer besser werden kannst. 

Das bedeutet nicht, dass du in etwas besser werden kannst. 

Du schwimmst mit deinem Boot auf den Wellen der Existenz, doch um zu verhindern, dass dich die nächste Welle umwirft und tötet, solltest du dich verdammt nochmal um dein Boot kümmern. 

Reite die Wellen, schalte zwischendurch den Motor aus, um ihn zu schonen. 

Akzeptiere die gnadenlose Existenz, dieses lächerliche Leben, in das du ohne deine Bitte geworfen wurdest und dann werde besser in dem, worin du besser werden könntest. 

Das lindert den gefühlten Schmerz der Existenz. 

Die Zeit geht schneller vorbei. 

Du hast Spaß am Leid. 

Sozusagen. 

Du trozt den Göttern.

Du lebst.