Sei schwierig zu töten

Sei schwierig zu töten

Nehmen wir an, du siehst eine Schlange. Du bekommst Angst oder Panik, was normal ist, schließlich waren Schlangen lange gefährlich und sogar tödlich für unsere Vorfahren.

Heute haben wir Häuser und Gegengift, doch die Ur-Angst bleibt.

Siehst du eine Schlange, fährt dein Körper den "Gefahrenmodus" hoch, da plötzlich Chaos in deiner scheinbaren Ordnung auftaucht.

Du hast jetzt drei Möglichkeiten:

1. Du nimmst wahr, dass da eine Emotion ist. Das tust du, wie du auch deinen Atem wahrnimmst, ohne es gedanklich oder verbal zu manipulieren. Du lernst in der Meditation, wie das funktioniert, doch, wie Alan Watts sagte, ist Meditation immer, das heißt, du entfernst lediglich das, was der Meditation dazwischen kommt.

Du nimmst alles immer wahr, also meditierst du auch immer. Dein Verstand redet nur dauernd dazwischen und kommentiert alles.

Du kannst also wahrnehmen, dass da Angst ist.

Geht die Emotion jetzt?

Wenn die Schlange noch da ist, vermutlich nicht, also probiere den nächsten Schritt.

2. Du nimmst wahr, dass da etwas in dir ist, das Angst oder Panik hat. In der Psychoanalyse nennt man dieses Etwas auch "inneres Kind".

Es ist eine Ansammlung von vergangenen Mustern, die noch ungelöst in deinem Unbewusstsein stecken.

Wenn das innere Kind in dein Bewusstsein gebracht wurde, kannst du es immer direkt ansprechen:

"Wie geht es dir gerade?"

Dann antwortet es vielleicht etwas, wie:

"Nicht so gut, ich habe Angst vor der Schlange."

Dann akzeptierst du seine Angst.

Das ist eine andere Akzeptanz, als die Akzeptanz in Schritt 1. Diese Akzeptanz akzeptiert den emotionalen Schmerz, wobei der 1. Schritt den emotionalen Schmerz wahrnimmt.

Funktioniert das?

Wenn nein, fahre mit dem 3. Schritt fort.

3. Du siehst mit deinen Augen die Schlange, doch siehst du auch, was um dich herum passiert?

Natürlich nicht.

Dein Fokus liegt ganz auf der Schlange.

Bei Gefahren nimmst du NICHTS mehr davon wahr, was sonst passiert.

Die Welt dreht sich weiter, jede Sekunde verändert sie sich elementar und massiv, immer wieder.

Das siehst du nicht, du kannst es nicht sehen, weil dein Fokus auf der Gefahr liegt.

Die Schlange ist übrigens ein Synonym.

Sie stellt Gefahren dar, die in der Gegenwart stattfinden oder in der Zukunft stattfinden könnten.

Beides wird vom Gehirn gleich behandelt.

Es macht somit keinen großen Unterschied, ob du HEUTE kein Essen mehr hast oder NÄCHSTEN MONAT.

In beiden Fällen bekommt dein Gehirn Angst.

In beiden Fällen ist da eine Schlange.

Und sie ist zu Recht da.

Einfach nur die Angst, zu verhungern, wahrzunehmen, würde nicht helfen, du würdest trotzdem verhungern.

Nehmen wir also einmal an, es gibt in deinem Leben eine Gefahr, die sich durch Wahrnehmung (1) oder Akzeptanz (2) nicht lösen lässt.

Nehmen wir beispielsweise an, du hasst deinen Job und weißt, dass du keine 3 Monate mehr in deinem Job weiter arbeiten kannst, da du schon jetzt daran zerbrichst.

Oder nehmen wir an, du bist verschwenderisch, abhängig von Alkohol oder Drogen und kümmerst dich nicht um deine Fitness.

Plötzlich tauchen da ganz viele Schlangen in deiner Zukunft auf:

Du wirst ein hasserfüllter, depressiver, übergewichtiger, drogenabhängiger und alkoholkranker Mensch werden.

Wenn diese Konsequenz feststeht, bleibt dir nichts anderes übrig, als folgendes zu tun:

Du musst die Konsequenzen ausblenden, ansonsten wirst du dich weiterhin fühlen, als ob du in Gefahr wärst (da du es bist).

Das tust du, indem du in der Zukunft etwas fokussierst, was verhindert, dass diese Konsequenzen eintreten und dich dann täglich darauf zubewegst.

Nach und nach wird aus der gefährlichen, tödlichen Schlange eine kleine Natter.

Oder vielleicht sogar eine süße Katze.

Nach und nach wird aus deiner potenziellen Zukunft, die so gefährlich sein wird, dass du sie vermutlich nicht überleben wirst,

eine erträgliche und vielleicht sogar angenehme Zukunft,

in der du dich nicht mehr andauernd so fühlst,

als ob du einfach zu töten wärst.

Denn vielleicht bist du es ja.

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Wenn du schwieriger zu töten sein möchtest, klicke hier.