Wie alles im Leben schiefgeht (eine Anleitung)

Wie alles im Leben schiefgeht (eine Anleitung)

Ich kämpfe immer. Meine Probleme existieren nicht ohne Grund. Sie existieren, weil ich keine Probleme haben möchte.

Ich möchte, dass mein Leben frei von Leid und voller Glück ist.

Ich möchte, dass es Glitter regnet und ich nie wieder Schmerz erfahre.

Ich möchte Reichtum und Erfolg.

Um all das zu bekommen, was ich haben möchte, folge ich Rezepten, die mir diesen Weg aufzeigen. Dafür kämpfe ich und ein Kampf ist grundsätzlich immer zum Scheitern verurteilt, vor allem, wenn ich meinen Verstand beteilige.

Ich lasse nichts einfach geschehen. Ich verlasse mich nicht darauf, dass die Dinge funktionieren werden, wenn ich sie nicht erzwinge. Ich muss über alles die Kontrolle haben. Ich vertraue nicht darauf, dass etwas in mir mehr weiß, als ich selbst. Deshalb nutze ich meinen Verstand für Strukturen, Methoden, Ziele und Kontrolle.

Ich weiß, dass mein Verstand darauf konditioniert ist, den Zustand herzustellen, den er schon kennt, doch irgendwann muss es doch funktionieren? Soll ich mich etwas einfach dem Leben hingeben und vertrauen, dass alles funktionieren wird? Nein.

Ich weiß zwar, dass es niemals geklappt hat, etwas zu erzwingen, etwas zu wollen, etwas anzustreben, weil das Problem nie außen, sondern innen war, doch ich tue es trotzdem. Ich kann unmöglich meinen Verstand loslassen. Wer wäre ich dann noch?

Ich werde die ganze Welt bekommen, indem ich mir genau das wünsche. Ich werde alles bekommen, was ich haben möchte und wenn ich dafür bis zu meinem Tod hart arbeiten und unter dem Schirm meines Verstandes leiden werde.

Ich weiß, dass ich mehr als nur ein Ziel bekommen werde, wenn es nicht meine Absicht ist, das Ziel zu erreichen.

Ich weiß, dass der Weg leicht sein darf, ohne Aufwand, ohne Kampf, ohne Leid . . .

doch ich kann es nicht loslassen.

Wer wäre ich dann noch?

Wer bin ich, wenn ich nicht mehr kämpfe, wenn ich die Dinge geschehen lasse und darauf vertraue, dass etwas in mir das Beste für mich will?

Vielleicht ist es ja egal, wer ich bin.

Vielleicht ist die Wahrheit, dass ich dem, was ich wirklich bin, näherkomme, wenn ich die Angst aufgebe, niemand mehr zu sein.

Vielleicht darf das Leben auch leicht sein.

Vielleicht . . . 

Related Posts

Wieder Kind sein
Die Wahrheit ist, dass etwas im Menschen wieder Kind sein möchte, leichtunbeflecktnatürlichverspieltpur. Die Wahrheit...
Read More
Die Wahrheit über Selbstbewusstsein
Dem Menschen wird gesagt, dass Selbstbewusstsein die Konsequenz von Selbstakzeptanz sei. Er müsse sich einfach nur ak...
Read More
An die, die Angst vor einer Beratung mit mir haben
Wenn der Verstand seinen Tod erahnt,macht er denjenigen,der droht ihn zu töten,zum Feind.Das ist seine Lieblingstakti...
Read More