Der Sand von Chaos und Ordnung

Zwei Beälter mit Treibsand.

Der eine Behälter mit dem "Sand der Ordnung" gefüllt.

Der andere Behälter mit dem "Sand des Chaos" gefüllt.

Der überforderte, destruktive Mensch steht komplett im "Sand des Chaos".

Er ist von allem überwältigt, von seiner Vergangenheit, seiner Zukunft, seiner Gegenwart.

Der Sand des Chaos ist hartnäckig, er lässt einen nicht so einfach los.

Je länger man in dem Sand verharrt,

desto tiefer sinkt man.

Je länger man etwas Wichtiges ignoriert,

desto tiefer sinkt man.

Je länger man etwas Wichtiges vermeidet,

desto tiefer sinkt man.

Je länger man den "Sand der Ordnung" meidet,

desto tiefer sinkt man.

So manche sind schon so tief gesunken,

dass sie den Rest ihres Lebens nur damit beschäftigt waren,

ihren Kopf über dem Sand zu halten.

Viele waren auch dazu nicht in der Lage,

das Chaos verschluckte sie,

sie verschwanden für immer.

Vielleicht waren sie noch Menschen,

aber nur äußerlich.

Innerlich war nichts mehr von einem Lebewesen übrig.

Verschlungen von Ignoranz, Vermeidung, Angst und Jammerei.

Im "Sand der Ordnung" zu stehen ist nicht viel angenehmer,

wenngleich der lebendige Tod auch hier schleichend kommt.

Beim "Sand des Chaos" ist es für jeden Außenstehenden offensichtlich,

um welchen Sand des sich hier handelt.

Beim "Sand der Ordnung" zu Beginn nicht.

Ein geregeltes Leben mit Routinen, Disziplin und Struktur und geregeltem Einkommen.

Worin ähnelt diese scheinbare Ordnung dem "Sand des Chaos"?

In der mangelnden Zukunft.

Im "Sand des Chaos" existiert keine Zukunft, das ist zu offensichtlich.

Im "Sand der Ordnung" existiert zu Beginn noch eine Zukunft,

doch jede Zukunft wird irgendwann zur Gegenwart.

Jeder Traum,

jedes Ziel,

jede Bestrebung,

wird irgendwann erreicht.

Und dann verwandelt sich der "Sand der Ordnung" in den "Sand des Chaos".

Wenn die Zukunft verschwindet,

ist die Ordnung nicht dazu in der Lage,

diese zu erschaffen.

Wenn die Zukunft verschwindet,

wird aus Ordnung Chaos.

Wie verwandeln wir uns?

Die Verwandliung ist kein einmaliger Prozess.

Sie ist ein ständiger Prozess.

Sind wir von Chaos eingenommen,

erschaffen wir Ordnung,

um eine Zukunft zu erschaffen.

Wir nehmen ein Bein aus dem "Sand des Chaos",

und setzen ihn in den "Sand der Ordnung".

Dann entsteht eine erstrebenswerte Zukunft.

Wir verharren hier solange,

bis sich auch diese Zukunft langsam auflöst,

weil wir vom "Sand der Ordnung" zu sehr eingenommen wurden.

Dann treten wir wieder in den "Sand des Chaos" ein.

Wir erschaffen nicht nur unsere eigenen Werte,

sondern auch ständig eine neue Zukunft.

Wir disziplinieren und beschränken uns,

um aus dem Chaos eine Ordnung zu machen.

Dann konfrontieren wir uns mit dem Chaos,

um aus der Ordnung ein Chaos zu machen.

Und wiederholen es,

bis wir sterben.

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