Wie du deinem Leben Sinn gibst

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Das Leben ist schmerzhaft und voller Leid.

Als Menschen nehmen wir aber nicht nur unsere Schmerzen wahr.

Wir denken auch über den Sinn unseres Lebens nach.

Wenn wir also keinen Sinn haben, ist das Leben nur bedeutungsloses Leiden.

Wie finden wir also diesen Sinn?

Wie finden wir Bedeutung?

Wie finden wir etwas, das uns so viel Bedeutung gibt, dass das bedeutungslose Leiden uns nicht mehr erschlägt?

Schauen wir uns erst einmal an, was bedeutungsloses Leiden eigentlich bedeutet:

Bedeutungsloses Leiden ist etwas, das unser Leben mit Chaos ausfüllt.

Es fühlt sich zwar wie Ordnung an, da wir etwas immer wieder wiederholen, wie z.B: einen Job, den wir für bedeutungslos halten, aber es ist in Wahrheit Chaos.

Denken wir nur einmal an den armen Sisyphos, der von Zeus dazu verdammt wurde, einen Felsen den Berg hochzurollen.

Für Sisyphos war das keine tägliche Ordnung.

Es war Chaos.

Es war das Chaos seines Lebens, wohl das größte Chaos, dem er jemals begegnete.

Doch Chaos ist überall, d.h. es fügt sich zu diesem Chaos, dem bedeutungslosen Leiden, hinzu.

Chaos ist da, wenn wir eine Hiobsbotschaft bekommen.

Chaos ist da, wenn unser Körper krank wird oder zerfällt, weil er alt wird oder wir uns nicht um ihn kümmern.

Chaos ist da, wenn unsere Wohnung verdreckt, weil wir uns nicht um sie kümmern.

Chaos ist da, wenn unser Auto eine Reperatur braucht, weil es älter wird.

Chaos ist da, wenn unsere Emotionen die Kontrolle über unser Leben übernehmen, weil wir sie nicht unter Kontrolle haben.

Chaos ist da, wenn unser Chef uns tyrannisiert, weil wir ihn nicht in seine Schranken weisen.

Chaos ist also die Folge von mangelnder Ordnung.

Chaos breitet sich aus, weil das die Natur der Dinge ist.

Wenn wir Chaos nicht bezwingen, wird es größer und größer.

Irgendwann ist das Chaos so groß, dass wir keine Chance mehr haben, es alleine zu kontrollieren.

Es ist eskaliert.

Dann zerstört Chaos alles, was noch gut war und macht schlimmer, was bereits schlimm war.

Kümmern wir uns nicht um unseren kranken Körper oder Übergewicht oder Unsportlichkeit, sterben wir.

Kümmern wir uns nicht um unsere verdreckte Wohnung, kommen die Ratten und Kakerlaken und zerfressen alles.

Kümmern wir uns nicht um unser defektes Auto, können wir es bald nicht mehr fahren.

Kümmern wir uns nicht um unsere unverarbeiteten Emotionen, übernehmen sie die Kontrolle und zerstören unser Leben.

Kümmern wir uns nicht um die Tyrannei unseres Chefes, indem wir ihn in seine Schranken weisen, zerstört er uns immer weiter, bis wir kein Mensch mehr sind.

Chaos nimmt seinen eigenen Weg.

So auch das Chaos der mangelnden Bedeutung:

Erschaffen wir keine Bedeutung, sehen wir keinen Grund mehr weiterzuleben.

Was ist also die Ordnung, die das Chaos der mangelnden Bedeutung bezwingt?

Es sind kleine Ziele, die uns eine Richtung geben, einen Wegweiser, dem wir ungefähr folgen können.

Wenn wir kein Ziel haben, können wir auch nichts treffen.

Doch wir sind Pfeile, die durch die Welt schießen und wir treffen nur, was wir anvisieren.

Wir müssen unsere Ziele artikulieren und ausformulieren, wir müssen sie konkret machen.

Was folgt dann?

Dann folgen die kleinen Schritte auf dem Weg dorthin.

Nehmen wir einmal an, du möchtest sportlicher werden, weil du sonst krank und übergewichtig wirst.

Ein gutes Vorhaben, denn schließlich wird das tatsächlich passieren und du musst nicht einmal etwas dafür tun, außer es zu ignorieren.

Du gehst also jeden Tag zum Sport, du tust es einfach, weil du es musst.

Du gehst soweit du kannst, manchmal über deine Grenzen.

Du vergleichst dich mit dem, der du gestern warst und nicht mit anderen Leuten, denn schließlich bist du dein Maßstab.

Du bewegst dich von dem weg, der du gestern warst und auf denjenigen zu, der du morgen sein könntest.

Das ist bedeutungsvolles Leiden.

Das ist Ordnung.

Nehmen wir weiter an, du hast ein Hobby, das du gerne ausleben würdest, vielleicht Schreiben.

Dein Ziel ist es, Autor zu werden.

Nun, vielleicht kannst du nicht gut schreiben, also schreibe einfach darauf los.

Nicht zu schreiben, macht dich definitiv nicht zu einem besseren Autor.

Zu schreiben schon.

Artikuliere wieder ein Ziel, beispielsweise ein Buch, das du beenden möchtest.

Wann soll das sein?

Wie soll das Buch aussehen?

Wie soll es heißen?

Was soll der Inhalt sein?

Stelle dir das Buch so vor, als ob es tatsächlich schon existieren würde.

Das ist ein bedeutungsvolles Ziel.

Dann tue jeden Tag, was notwendig ist, um dieses Ziel zu erreichen.

Das ist eine bedeutungsvolle Arbeit.

Und vergleiche deine Arbeiten immer mit der Arbeit von letztem Mal.

Das ist bedeutungsvoller Wachstum.

Nehmen wir an du bist selbstständig.

Chaos breitet sich automatisch aus, du musst nichts dafür tun.

Die Kosten werden dich auffressen, du wirst arm werden und dich miserabel fühlen.

Ganz automatisch.

Wachstum bedeutet also als Selbständiger Geld zu machen, um genau das zu vermeiden.

Bist du zum Beispiel Content-Marketer, ist deine Absicht, kostenfreie Infos herauszugeben, den Menschen vertrauen zu schenken, sodass sie dir letztendlich mit Geld zeigen, dass sie dir a) deine Kompetenz abkaufen und b) dir vertrauen.

Was könntest du hier also tun, um mehr Ordnung zu schaffen, durch etwas, was dir Bedeutung schafft?

Vielleicht ist es unangenehm, das ist ein Merkmal von bedeutungsvollem Leiden, dass es unangenehm ist.

Das Zurückdrängen von Chaos ist immer unangenehm.

Könntest du also vielleicht eine exklusive Gruppe für Interessierte einrichten, denen du exklusiv etwas aus deinem Kompetenzbereich zeigst?

Vielleicht musst du dafür erst einmal lernen zu verkaufen, das wäre ein erster Schritt.

Artikuliere auch hier wieder das Ziel deiner Selbstständigkeit:

Wieviel Geld möchtest du bis wann verdienen?

Wie wäre das möglich?

Was müsstest du dafür opfern?

Was müsstest du dafür lernen?

Mit wem vergleichst du dich?

Wieder mit dir.

Mit deinem Umsatz von letztem Monat oder letztem Jahr.

Wieder hast du etwas Bedeutungsvolles geschaffen und Chaos zurückgewiesen.

Jetzt stelle dir vor, du würdest mehrere dieser bedeutungsvollen Dinge in dein Leben bringen.

All diese Ziele, diese disziplinierten Arbeiten in der Gegenwart und der Vergleich mit deiner Vergangenheit, also Wachstum.

All das ist pure Ordnung und es ist mehr als nur das.

Das ist Bedeutung.

Es ist Sinn.

Es ist etwas, das dir soviel Halt und Ordnung gibt, dass die bedeutungslosen Leiden, das Chaos in deinem Leben, erträglicher wird.

Es ist etwas, das verhindert, dass du von mangelnder Bedeutung und zu viel Chaos zerfressen wirst.

Es ist etwas, das dir Sinn und Bedeutung gibt, indem du jemand wirst, der du sein könntest.